Du stehst vor dem Start in die („Fremd“-) Betreuung deines Kindes und fragst dich wie der Ablauf der Eingewöhnung aussieht?
Wie läuft die Eingewöhnung in der Kindertagespflege ab?
Ich möchte dir gerne einen kleinen Überblick geben, wie ich das als ausgebildete Kindertagespflegeperson (sprich Tagesmutter :)) beispielsweise in meiner Kindertagespflege angehe.
Die Eingewöhnung beruht für mich auf zwei festen Säulen.
Bezugspersonen und Behutsamkeit
Eine sanfte Eingewöhnung findet langsam statt.
Im Berliner Eingewöhnungsmodell sind beispielsweise ein bis vier Wochen für die Eingewöhnung vorgesehen. Aber wichtig ist, dass dein Kind nicht unter Druck gesetzt wird.
Das Tempo bestimmt dein Kind. Dadurch fühlt es sich auch langfristig wohler in der Gruppe, kann sich besser entwickeln und besser lernen. Daher ist es wichtig, genügend Zeit einzuplanen - mit vier
bis sechs Wochen solltest du rechnen.
In meiner Kindertagespflege sieht die Eingewöhnung folgendermaßen aus:
Wir sprechen miteinander in einem Vorgespräch. Über die Eingewöhnung. Über die Vorlieben oder Abneigungen deines Kindes. Womit es sich gerne beschäftigt und wie es sich verständlich macht. Sorgen oder Ängste dürfen hier natürlich auch ihren
Platz finden und gerne besprochen werden.
Die Eingewöhnung selbst gestaltet sich in der Regel so:
1. Phase: Die Bezugsperson bleibt da
In den ersten drei Tagen der Eingewöhnung besucht dein Kind meine Kindertagespflegestelle nur mit dir zusammen und nur für kurze Zeit. In der Regel starten wir mit ein, maximal zwei Stunden. Ich lade dein Kind bereits ein, an Aktivitäten teilzunehmen und versuche vorsichtig, eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Du als Elternteil verhältst dich eher passiv, abwartend und schaust zu, übernimmst aber bei Bedarf noch das Wickeln und Füttern.
Du bist der „sichere Hafen“ für dein Kind. Du stehst aufmerksam zur Verfügung und tröstest dein Kind, falls es Trost braucht. Du unterstützt eigenständige Erforschungen, bietest jedoch eher selten selbst Spielzeug / Aktivitäten für dein Kind an.
Bitte beachte auch: Eingewöhnungen sind für viele Kinder ein ganz sensibler Zeitraum. Plane, falls möglich, nicht zu viel an Aktivitäten im Nachgang ein. Dein Kind hat viele neue Eindrücke und Situationen zu verarbeiten und braucht möglicherweise sehr(!) viel Zeit und Nähe deinerseits, auch in den folgenden Tagen.
2. Phase: Erster Trennungsversuch - beziehungsweise Betreuungsversuch :) (Zugegebenermaßen
mag ich das Wort „Trennung“ hier eigentlich nicht)
Das Berliner Modell sieht für den vierten oder fünften Tag einen ersten Betreuungsversuch vor. Dabei verabschiedest du dich auf mein Zeichen freundlich von deinem Kind, verlässt den Raum, bleibst jedoch in der Nähe - kein heimliches Weggehen. Der Abschied sollte nicht besonders
ausgedehnt werden und du solltest deinem Kind mitteilen, wann du wieder kommst und das auch einhalten. Eine gewisse Selbstverständlichkeit und Vertrauen helfen deinem Kind.
Die Reaktion deines Kindes entscheidet über den weiteren Verlauf der Eingewöhnung. Spielt es weiter? Weint es gar nicht oder nur kurz? Lässt sich dein Kind nicht innerhalb kürzester Zeit von mir beruhigen, kehrst du schnell wieder in den Raum zurück.
Ein „Übergangsobjekt“ kann deinem Kind helfen und als vertrauter Gegenstand eine Verbindung zu dir und eurem Zuhause herzustellen. Das könnte zum Beispiel ein Schnuller, das Lieblingstuch oder das Lieblingskuscheltier sein.
3. Phase: Sicherheit gewinnen
In der nächsten Phase, der sogenannten Stabilisierungsphase, steht der Aufbau einer guten Beziehung zwischen deinem Kind und mir im Vordergrund. Ich übernehme mehr und mehr die Pflege und binde dein Kind ins Spiel mit ein, während du dich langsam zurückziehst.
Wenn dein Kind leicht mit der Situation umgeht, werden die Betreuungszeiten – ausgehend von einer halben Stunde – weiter verlängert. Gegebenenfalls kann sogar der Mittagsschlaf bereits bei mir stattfinden. Falls der erste Betreuungsversuch nicht positiv verlaufen ist bzw. ich dein Kind nicht innerhalb von 5 Minuten trösten konnte, gibt es erst ein paar Tage später einen neuen Versuch.
4. Phase: Einleben
In der vierten Phase ist dein Kind bereits zum Großteil „alleine“ bei mir, wo es immer besser die Abläufe und Regeln kennenlernt. Du musst aber immer erreichbar sein. Noch muss dein Kind seinen festen Platz finden und ich helfe ihm dabei.
5. Phase: Eingewöhnt!
Die Eingewöhnung ist abgeschlossen. Dein Kind kommt nun gern in die Betreuung und lässt sich – falls notwendig – zuverlässig von mir trösten.
Gut zu wissen:
Die meisten Eltern wünschen sich, dass sich ihr Kind schnell in die Kita einlebt, weil sie es als besonders selbstständig und selbstsicher erleben wollen.
Du hilfst deinem Kind bei der Eingewöhnung am meisten, wenn du einen klaren Standpunkt, Optimismus und Zuversicht ausstrahlst.
Wenn du zweifelst und dich fürchtest, wird es auch dein Kind tun.
Falls du deine Zweifel nicht zerstreuen kannst, solltest du unbedingt das Gespräch suchen.
Denn erst wenn du Vertrauen hast, kannst du deinem Kind die Trennung zumuten.
Viele Grüße
Diana
Über mich :-)
Ich betreue in Ellhofen Kinder im Alter von 18 Monaten bis 3 Jahre und meine Betreuungszeiten sind Dienstag bis Donnerstag von 09.00 bis 13.00 Uhr.
Da mein Lastenrad mit Sitzplätzen für vier Kinder nun endlich(!) ankam, habe ich ab sofort einen Platz frei und aufgrund des Wohnortswechsels eines meiner Tageskinder habe ich ab Oktober 2022 noch einen weiteren Platz frei.
Klingt spannend für Dich? Mehr Infos über mich und meine Kindertagespflege findest Du auf meiner Homepage www.lilalu-ellhofen.de
Deine Diana
Fotos © by Diana Schuster und Lichtmalerei Schuster
