versandkostenfreie Lieferung innerhalb D ab 79 Euro * bis 14 Uhr bestellen und bezahlen - Versand noch am selben Tag (Mo-Fr)

Die Rolle der Väter beim Familienstart?!

Heute möchte ich mal einen Beitrag aus Sicht der Väter schreiben, wohlwollend mit meinem eigenen Mann und den Männern, die mir in meinen Beratungen begegnen, recherchiert.

Welche Aufgabe haben denn Väter heute, wenn es um den Start des gemeinsamen Familienlebens mit Kindern geht? Wie geht es den werdenden Vätern während der Geburt?

Ich möchte noch vorausschicken, dass es wie immer natürlich keine pauschalen Antworten gibt und dass es sehr individuell erlebt und gefühlt wird.

Genauso wie wir Mütter erleben Väter, das Eltern-werden als etwas Atemberaubendes und zugleich auch sehr Überforderndes. Bewährten Gewohnheiten werden über den Haufen geworfen.

Doch beginnen wir möglichst weit vorne. Wer entscheidet denn wann es mit dem Familienstart losgeht? Das kann ganz unterschiedlich sein, manche Paare entscheiden gemeinsam, dass es der richtige Zeitpunkt ist, bei anderen treibt mehr die Frau, bei anderen der Mann und bei anderen stellt sich eine Schwangerschaft als eine große Überraschung ein.

Schon hier gibt es einen Unterschied, wie sich Väter in ihre zukünftige Rolle einfinden - für die Frauen gilt das ebenso, wobei sie den großen Vorteil haben, ab irgendeinen Punkt das Baby in ihrem Bauch zu spüren. Dabei entsteht automatisch eine Bindung.

Was geschieht nun während der Geburt mit den Vätern

Ich möchte hier mal von der Spontangeburt ausgehen. Während die Frauen die Geburt spürbar, schmerzvoll und aktiv erlebt, erleben sich viele Männer als stumme Beobachter, nicht wirklich in der Lage, ihrer Frau helfen zu können. Auch, wenn sie dies durch das emotionale Begleiten, alleine durch ihre Anwesenheit oder durch gemeinsame Geburtshaltungen, die Versorgung der Gebärenden tun - sie fühlen sich hilflos. Zudem erleben die Väter die Geburt in Echtzeit. Frauen befinden sich häufig durch Hormone, Schmerzen und Schmerzmittel in einer etwas anderen Welt.

Dann ist der kleine Mensch endlich auf der Welt und was ist nun die Aufgabe und Rolle der Väter? Ich möchte hier einfach mal von der folgenden Situation ausgehen:

Das Baby soll gestillt werden und es klappt einigermaßen gut, die Versorgung mit Nahrung bleibt bei der Mutter. Jeder, der bereits ein Baby bekommen hat, weiß wieviel Zeit dies am Anfang benötigt. In dieser Zeit lernen sich Mutter und Baby kennen, es ist eine super intensive Zeit, die eben auch Platz zum Kennenlernen bietet. Die Väter können dann mit der Versorgung der Mutter und dem Versorgen des Babys übernehmen, den Haushalt schmeißen, einkaufen gehen und eben alles drum rum was eine Familie braucht. Hier wäre es natürlich auch super schön, wenn es den Vätern gelingt, die Zeit im Wochenbett mit ihrer Frau und ihrem Säugling zu verbringen, allerdings ist das leider nicht immer machbar. 

So gehen die Wochen ins Land und irgendwann beginnt der Alltag des Familienlebens

Auch heute immer noch häufig dadurch gezeichnet, dass die Väter nach der Elternzeit ihrem Arbeitsalltag nachgehen und die Mütter mit dem Säugling Zuhause bleiben. Mutter und Baby haben den ganzen Tag die Aufgabe, sich kennenzulernen und das ist eine großer Herausforderung. Die Väter gehen ihrem normalen Arbeitsleben nach, nur müder und mit dem Unterschied, dass wenn sie nach Hause kommen, da eine Familie auf sie wartet und eventuell eine Mama, die nach einem ganzen Tag Babyumsorgung einfach auch mal einen Moment für sich alleine möchte. Viele Männer berichten darüber, wie sie nach Hause kommen und dann erstmal kommentarlos das Baby in die Hand bekommen. Das ist einer der Klassiker für Konflikte zwischen Eltern in der ersten Lebenszeit der Kinder. Häufig fragen sich Frauen dann, weshalb die Väter das Baby nicht einfach mal nehmen und weshalb die Männer dann sehr schnell wieder mit einem weinenden Baby vor ihnen stehen. In meinen Kursen beschreibe ich es gerne so:

Während des gemeinsamen Beginns mit dem Baby, erhalten in diesem Fall, Mütter sehr viel mehr Momente, bei denen sie ihr Baby kennenlernen können, es beginnt bereits im Mutterleib. Die Väter steigen in einer Zeitschiene damit einfach etwas später ein. Die Überforderung, die eine Mutter bereits ganz am Anfang mit ihrem Baby erlebt, erleben die Väter einfach zeitlich versetzt. Mit dem großen Unterschied, dass es nun bereits eine Person in der Familie gibt, die das Baby gut kennt, die für sich erkannt hat, wie es funktionieren könnte oder die es auch besser aushält, wenn das Baby weint. Wenn die Väter von der Arbeit kommen, fangen sie mit ihren Kindern selten bei Null an. Hinter ihnen liegt ein Arbeitstag, der ebenfalls seine Höhen und Tiefen hatte. Vor dem Eltern-sein, war Platz dafür, Themen für sich zu bearbeiten oder auch mit der Partnerin darüber zu sprechen.

Doch was gibt es für Ideen und Impulse dazu?

  • Gebt euch die Zeit, die jeder braucht um in eurer neuen Familienrolle anzukommen
  • Für ein besseres Kennenlernen braucht es auch Gelegenheiten, das heißt, schafft bewusst Momente, in denen Väter alleine Zeit mit dem Baby verbringen können. Das können am Anfang auch nur 15 Minuten sein. Wichtig ist, den Freiraum dafür zu schaffen!
  • Fragt einander aufrichtig wie euer Tag war
  • Schätzt was ihr beide für euer gemeinsames Familienleben leistet
  • Je älter die Kinder werden, desto mehr Momente gibt es, in denen beide Eltern sich auf ihre individuelle Art einbringen können

Welche Fragen und Impulse gehen euch durch den Kopf, wenn ihr diese Zeilen lest?

Habt ihr etwas Ähnliches erlebt oder war es bei euch ganz anders? Was ist euer Rezept für ein zufriedenes Familienleben?

Schreib mir gerne Deine Meinung hier auf Instagram.

Ich grüße euch ganz herzlich

Eure Melanie